Die Zeit rast – nun geht es bald wieder nach Deutschland. Derweil hat sich hier so einiges getan. Zu viel um es alles aufzuschreiben. Schreibe ich doch schon an diesem Stück hier seit ein paar Wochen und es will und will nicht fertig werden. Oftmals sind es Eindrücke, kurze Momente, die ich mit euch teilen möchte. Wo ich denke, ach was würde ich geben, wenn ihr das sehen könntet. So will ich heute von Momenten schreiben.
Morgens, fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Der Mittelstreifen, gekennzeichnet durch Rasen/Blumenbeet. Noch auf der Straße gegen die Bortsteinkante gekuschelt, die die Rasenfläche umrandet liegen Kopf an Kopf, zwei Straßenkinder. Vielleicht 9 oder 10 Jahre alt, sind sie noch am schlafen und lassen sich nicht von den vorbeirasenden Bagadges und Autos stören.
Gestern, sah ich wie ein Straßenkind dem anderen aus dem Regengraben half (der zum Großteil des Jahres trocken ist). Überdeckt mit Betonplatten, bildet das Wassersystem ein einigermaßen geschütztes zuhause für Awassas Straßenkinder. Die Schlitze durch die die Straßenkinder kriechen sind zu klein für Erwachsene und so sind sie dort relativ sicher vor Soldaten und erwachsenen Obdachlosen. Außerdem bildet es ein perkeftes Fluchtsystem für die kleinen Staßenräuber. Die die Opfer ihnen nicht durch die engen Gräben folgen können. Doch wenn der Regen kommt…
Ab der Mittagszeit sieht man überall Mädchen und Frauen an der Straßenecke hocken vor einem kleinen Holzkohlegrill – gegrillte Maiskolben kriegt man hier für zwei Birr – super lecker. Und dann sind da noch die Kaffestände – die – wenn man sich nur immer selber sagt, dass das Wasser ja aufkocht – den besten Kaffee überhaupt haben.
Nicht zu vergessen sind die Affen, die sich auf den Weg zum See machen und über die Straße wetzen. Zwei kleine und Mutter hinterher – („no Child left behind“). Eigentlich sind es ja Meerkatzen. Doch manchmal sieht man auch die großen, schwarz-weißen Kollobos durch die Bäume turnen.
Und was habe ich in den letzten Wochen getrieben?
Auf der Arbeit habeich die Bücherei fertig gestellt und mit einer Studie angefangen über die Probleme von NGOs in Awassa. Das heißt das Shewa (meinKollege) mit dem Motorrad durch Awassa kurven und eine Ngo nach der anderen Interviewen. Heute ist jedoch der letzte Tag von den Interviews. Nächste Woche müssen die dann alle ausgewertet werden und dann geht es auch schon wieder Richtung Deutschland.
Auf dem Compund ging’s auch gut rund. Siehe weiter unten. Aber dazu kam noch, dass Fikirte’s (meine Vermieterin) Schwester aus England gekommen ist. Ihr gehört der Compound eigentlich und nicht Fikirte. Magda ist total nett aber war die meiste Zeitunterwegs um die anderen Häuser zu begucken, die ihr gehören (hat einen reichen Briten geheiratet).
Sonst bin ich in den letzten Wochen ein wenig herumgekommen.
Zuerst waren wir in Wondo Genet. Schon die Fahrt dorthin war ein Abenteuer. Wir haben den letzten Platz im Minibus bekommen, d.h. zu zweit einen Platz. Das hielt den Fahrer aber nciht davon ab noch massig mehr Leute mitzunehmen. Die Straße wird nämlich gerade neu gebaut (d.h. nicht das sie in einem super Zustand ist sodnern eher, dass eine Achterbahnfahrt im Fahrpreis mitinbegriffen war). Da orrt gerade Bauarbeiten sind, gibt es dort keine Verkehrspolizisten, die die Anzahl der Fahrgäste kontrollieren und so wird munter gestopft. Es war aber ganz lustig. Neben uns saß eine junges Pärchen mit ihrem Baby. Ich habe ihnen erstmal meine Tache gegeben, damit das Baby wenigstens etwas geschützt ist. In Wondo Genet angekommen ging es dann mit der Pferdekutsche (die dortigen Taxis) weiter Richtung heiße Quellen. Unser Fahrer war ein 12 jähriger kleiner Junge der in den Schulferien so das Familienbudget aufbessert. Aber dann mussten wir nochmal umsteigen. Diesmal ging es mit einer der Badgages weiter. Ich hätte wirklich nie gedacht,d ass dort 9 Leute hereinpassen plus Baby. So auf den ersten Blick hätte ich jetzt 5 geschätzt – geequetscht. Aber man wird immer wieder überrascht. Nach weiteren 10 Minuten sind wir endlich in am Hotel. Die haben nämlich das heiße Wasser der Quellen in einen Pool und in die Duschen geleitet. Aber bevor wir schwimmen gehen wollen wir uns den Urspung der Quellen anschauen. Nach wenigen Minuten haben wir auch schon professionele Führer gefunden (siehe Foto), die uns dorthin führen. Einwenig angenervt von der Ferenghi, die doch immer stehen bleibt und Fotos von der schönen Landschaft machen muss
– führen sie uns auch sicher zum Ursprung der Quelle. Dort ist das Wasser 85 Grad heiß und die Leute kommen hierin und kochen Mais und Eier in dem Wasser. Dann geht es zurück zum Pool. Juchuuu . das erste Mal das ich in Afrika schwimmen kann. In den Duschen ist das Wasser noch richtig heiß – im Pool angenehm warm. Zuerst sind wir im Nichtschwimmerbecken wo viele Erwachsene einander das Schwimmen beibringen. Wobei man nicht so genau weiß, ob es da ums schwimmen oder ums flirten geht. Zumeist opfert sich ein muskelbepackter junger Kerl auf um dem armen Mädchen beizubringen, wie man schwimmt. Wir probieren natürlich auch das tiefe Becken aus – damit ich auch noch zum schwimmen komme. Die Zeit geht viel zu schnell vorbei und zum Glück treffen wir jemanden den wir kennen und der uns bis nach Shashamene mitnehmen kann. Mit dem Minibus von dort nach Awassa ist es nur noch eine viertel Stunde.
Am nächsten Wochenende waren wir auf einer Taufe eingeladen. Zur Kirche sind wir dann aber doch nciht hingegangen (das hatte auch keiner erwartet), da die Messe schon um 5 Uhr morgens anfing. Der Priester ist schon ab ein Uhr morgens mit beten beschäftigt. Als wir dann so gegen 11 Uhr dort waren habe ich mich gewundert, wo denn die ganzen Leute sind. Da hat Teddy mich aufgeklärt, dass hier die Leute über den Tag verteilt kommen. Für ein Stündchen oder so bleiben und dann wieder gehen. Wenn man bedenkt, dass das Haus aus Wohnzimmer (so groß wie Sophias Zimmer jetzt) Schlafzimmer und Küche und sicherlich auch irgendwo Badezimmer bestand – ist das ach nicht weiter verwunderlich. Es war aber trotzdem nett. Es gab selbstgemachte Cola, Injera (was auch sonst) mit Shiro und Hähncheneintopf (Nennt sich hier Wot) und leckeres Brot, gesegnet vom Priester. Am nächsten Tag sind wir zum Langanosee gefahren, dem einzigen See in Äthiopien in dem man schwimmen kann ohne sich irgendwelche Parasiten einzufangen oder von Krokodilen gefressen zu werden. Und es gab einen Strand – das dieß, dass ich mich auch endlich mal sonnen konnte und nicht ganz kalkweiß aus Afrika wiederkommen. Das Wasser sieht aus wie schwarzer Tee mit Milch – die Beschreibung vom Lonely Planet Reiseführer – der Lanaganosee ist eine riesige Teetasse – passt also hevorragend.
Und danach ging der Rummel los. In Awassa gab es eine Studentenkonferenz von der Kirche organisiert in der meine Vermieterin ist. 5000 Studenten. Und 150 sind für eine Woche jeden Tag zum Mittag und Abendessen zu uns gekommen. Nur waren es eher wenige Studenten sodern mehr die Organisatoren. Also habe ich mich für eine Woche so viel wie möglich woanders aufgehalten. Es wäre ja noch ganz interessant gewesen, wäre ich nicht aufeinmal wieder der Ferengh gewesen. „Oh was machst du denn hier?“ „Wer hat dich denn eingeladen?“ „Ich wohne hier!“ Ansonsten war der Hof immer meine Oase der Ruhe gewesen. Und auf einmal warich wieder die Fremde. Naja, aber jetzt ist sie ja vorbei. Und es waren nur 5 Tage an denen ich dort war, denn von Freitag auf Sonntag sind wir nach Arba Minch gefahren. Das war einfach nur schön.
Den Freitag hatte ich frei bekommen. Morgens mussten wir schon um 5 Uhr den Bus nehmen und um 6 Uhr fuhren wir los. Das Problem ist, dass es zwei Busse nach Arba Minch gibt. Die stehen so an halb fünf am Busbahnhof und wenn der erste voll ist, dann fährt der ab. Das kann um 5 sein, dass kann aber auch um 6 sein. Danach wird der zweite Bus gefüllt. Und wenn der voll ist, dann gibt’s keine Busse mehr nach Arba Minch. Also will man lieber recht früh dort sein.
Erst ging es recht gut voran – um 9 haben wir für 20 Minuten eine Pause gemacht. Kurz danach würde die Straße holprig und holpriger und dann gab es keine Straße mehr sodnern nur noch Schotter. Das war so ungefähr auf der Hälfte der Strecke (250km). Und als Teddy meinte, die Straße bleibt von jetzt an so – da dachte ich erst, das wäre eine schlechter Scherz – nur das es kein Scherz war. Mal davon abgesehen, dass ich nach einer halben Stunde meinen Hintern nicht mehr spüren konnte, war die Fahrt sehr interessant. Man sieht einfach sehr viel von dem Landleben. Wie die Äcker noch mit dem Ochsen geplügt werden (und nein nicht mit einem Metallpflug sondern mit einem Stock, der am Ochsen befestigt ist und an dessen ende eine armselige Metallspitze ist. ) Und als wir uns Arba Minch näherten gab es dann riesige Bananenplantagen.
Um drei Uhr Nachmittags waren wir dann endlich da. Und dann kam auch schon die nächste katastrophe – das Touristenhotel war ausgebucht. Uns wurde die Pension nebenan empfohlen. Die war naja. Zum essen sind wir dann zum Hotel gegangen und dort wurde uns gesagt das ein Stückchen weiter es nocheine andere Pension gibt. Die haben wir dann ausprobiert und die war wirklich super. Die Zimmer waren sauber. Es gab sogar Klopapier und sie haben sogar ein Handtuch gebracht. Wow! Leider haben wir das Geld vond er anderen Pension nicht mehr wiederbekommen. Dann haben wir den Zimmerschlüssel einfach einem verzweifelten Touriführer gegeben, der gerade nach einer Unterkunft suchte. Am Freitag haben wir nicht mehr viel gemacht. Abends sind wir wieder ins Hotel gegangen (Die haben einfach eine wunderschöne Gartenanlage) um dort etwas zu essen. Ein kleiner Affe sprang dort auch herum und versuchte vergeblich etwas Wasser aus der wasserkanne zum Händewaschen zu bekommen. Und Seife, musste er feststellen schmeckte auch nicht besonders gut.
Am nächsten Tag beim Frühstük habenwir dann erfahren, dass noch ein Zimmer freigeworden ist. Das hieß also nocheinmal umziehen. Am Nachmittag sind wir dann zum Krokodilsee gefahren um dort eine Bootstour zu machen. Das war einfach nur cool. Da willi ch wirklich die Bilder für sich sprechen lassen. Und gar nicht mehr viel sagen.
Zum Mittagessen sind wir dann zu einer Lodge gefahren die einfach einen atemberaubenden Ausblick auf die Berge und die beiden Seen hatte. Als wir das Essen bestellen wollten, sagte uns der Kellner dann, dass wir wegen den Affen drinnen essen sollten. Ich sagte ihm dann,d ass wir Affen gewohnt sind und das kein Poblem sei (In Awassa im Wabe Schabele versuchen einem Sffen schließlich auch immer das Essen zu stehlen). Naja das Essen kam und der – ein Affe kam – ein ausgewachsener Pavian (Siehe Foto). Das ist nun doch eine andere Größenordnung wie undere kleinen Meerkatzen und wir sind dann doch zum Essen hereingegangen.
Auf dem weg zurück ins Hotel sahen wir dann eine Beerdigung. Die Frau vor uns im Minibus erzählte, dass seien zwei Studenten, die gestern nacht ausgeraubt uns erstochen worden sind. Es war eine riesige Prozession dem Wagen mit den beiden toten Studenten folgte. Den rest des Tages haben wir auch im Hotel verbracht. Arba Minch ist nicht gerade sehr schön und die Einwohner sind Ferenghis nicht gerade freundlich gesinnt selbst wenn man von Äthiopiern begleitet wird. Dafür konnten wir dem Affenbaby und dem äthiopischen Rehkitz (siehe Foto) beim fangen zu sehen. So süß. Erst rennt das Äfchen hinter dem Reh her, zieht ihm am Schwanz, das Rehkitz dreht sich um und jagd dem Affen hinterher und so geht das weiter bis die beiden sichen ausgepowert haben. Dann kam Mama Reh an und hat das Kleine gewaschen. Jaja ich weiß was jetzt kommt
– simple minds easily amused.
Sonntag mussten wir zum glück nicht ganz so früh aufstehen. Diesmal sind wir über Sodo gefahren und sind dort umgestiegen in einen Bummelbus nach Awassa. Der Bus danach wäre einer der schnelleren Izuzus gewesen, das Problem war nur das selbst nach anderthalb Stunden der erste Bus nicht voll wurde. Und dann wollten wir gar nciht wissen, wie lange es dauern würde um den zweiten Bus zu füllen.
Das war letztes Wochenende. Und nun ist schon wieder Freitag. Mein vorletzter Freitag. Aber nächstes Wochenende geht es in die Hauptstadt nach Addis. Jaja, die Zeit ist so schnell vergangen. Und es gibt noch soo viel mehr zu erzählen. Aber das soll erstmal reichen. Und nun sollt ihr die Fotos genießen – die sich über die letzten Wochen angesammelt haben…
Im Café am See mit Fikirtes Schwester:

Wondo Genet:







Vorbereitungen für die Studentenkonferenz:


Klein Woldemichael:
Langano:

Arba Minch:















Bei der Äthiopischen Kaffeezeremonie weden die Kaffebohnen ganz frisch geröstet.
Dann gestampft und hinter her in der schwarzen Kanne zubereitet. (Das ist nicht die Ausnahme sondern dieRegel. Die wenigsten kaufen fertig gerösteten oder gemahlenen Kaffee.)
Elsa ist mal wieder ein Schatz und macht uns am Abend auf unserem Hof noch einen Kaffee. Sie wohnt mit ihren beiden Kindern in der Wellblechhütte, die man im Hintergrund sieht.
Und das ist unser Hof. Else am Wäsche waschen. Hinten rechts neben der Wellblechhütte ist dei Kochstelle (Ja hier wird meistens über dem offenen Feuer gekocht. Hinten links wo die Tür offen steht wohne ich. Und unter dem Avokadobaum sitzen wir oft zu Mittag oder abends nach der Arbeit.
Gewürze werden auch noch in Handarbeit hergestellt.
Und diese Affen haben den Nachbarn das Brot geklaut.

Und das sind die berühmten Badgages mit denen man für 1-2 Birr sich überall in Awassa hinbringen lassen kann. Im HIntergrund sieht man die orthodoxe St. Gabriel Kirche. Eine der wenigen Sehenswürdigkeiten Awassas.
Das wäre dann mal meine Küche (Ich weiß doch, dass meine Familie bestimmt wissen will, wie ich denn so wohne;).)



Hier sind schon einmal die ersten Fotos. Wenn ihr drauf klickt, dann kommt noch eine Beschreibung (hoffentlich). Bald folden weitere. So viele werden es aber nicht werden, da es ewig lange dauert, die hochzuladen.